„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Johann Wolfgang von Goethe
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“Johann Wolfgang von Goethe 

Mai 2019 

 

 

Martina Reinicke (2019)

[Einführungstext zum Existentialismus]

 

 

Wir sind verurteilt, frei zu sein

Diese Herausforderung und die Philosophie, die sich dahinter verbirgt, prägten das Lebensgefühl einer ganzen Generation- der Nachkriegsgeneration- der sogenannten 68er.

Die Vertreter dieser Philosphie- der Existenzphilosophie und des Existentialismus- setzten sich mit dem Sinn des menschlichen Daseins und dessen Folgen auseinander.

Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Søren Kierkegaard, Jean Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Albert Camus sind wichtige Vertreter dieser philosophischen Strömung, die vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts viele Anhänger hatte.

 

Ihre Auffassungen

Der Mensch wird, ohne gefragt zu werden, geboren. Er wird geboren und er lebt, um zu sterben. Das ist absurd, so Camus. Das ganze Leben ist absurd, viele Dinge, die uns passieren, sind absurd. Und das Absurdeste überhaupt: der Mensch ist das einzige Wesen, dass sich dieser Absurdität bewusst werden kann. Der Mensch stellt sich deshalb als einziges Wesen die Frage nach dem Sinn des Lebens.

 

Welchen Sinn hat das menschliche Leben?

Die Grundannahme der Existenzphilosophen und der Existentialisten: einen Masterplan (wie das Karma, den Willen Gottes, das Schicksal, ein Universalprinzip oder die Vorbestimmung durch eine höheren weltlichen Autorität) gibt es nicht.

Der Sinn des Lebens, so ihre Schlussfolgerung, besteht deshalb darin, seinem Leben selbst  einen Sinn zu geben, d.h. selbst Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Nur das sei echte Freiheit. Wir müssen nicht die Spielchen der anderen spielen. Jeder einzelne von uns ist selbst verantwortlich für das, was er tut. Jeder ist eigenverantwortlich für sein Leben.

Wir alle können frei sein, denn wir können immer zwischen verschiedenen Handlungsalternativen entscheiden. Wir können bewusst einscheiden, ob wir etwas tun oder nicht. Wir selbst sind verantwortlich dafür, was wir tun. Das ist es vor allem, was uns vom Tier unterscheidet, so Sartre.

„Weder Gott noch Herr“ oder „Sei realistisch: Verlange das Unmögliche“- waren die Thesen der Existentialisten. Die 68er wollten alles oder nichts – das heißt, so Sartre, sie wollten Freiheit.

Und heute? Was ist aus diesem Spirit geworden? Sind wir lieber angepasst oder frei? Spielen wir lieber unsere Rollen, also tun wir das, was andere von uns erwarten? Oder sind wir authentisch- also tatsächlich frei?

 

Wie schafft man den Balanceakt zwischen Rollenspiel (siehe Bespiel "Kellner" unten im Film) und Authentizität und zwar so, dass das Leben ein glückliches ist, also Sinn macht?

Und welche Rolle spielt dabei der andere?

 

 

 

Filme:

 

 

 

Quellen:

Pawlak, Britta. Lexikon: Existenzialismus. Helles Köpfchen.de. 30.04.2019. https://www.helles-koepfchen.de/wissen/ lexikon/was-ist-der-existenzialismus.html.

Reitz, Michael.  Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. BR.de. 30.04.2019. https:// www.br.de/radio /bayern2/sendungen/ radiowissen/ethik-und-philosophie/existenzialismus-freiheit-dossier 100.html

Möller, Peter. Existenzphilosophie – Existentialismus. philolex.de. 30.04.2019. http:// www. philolex.de /existent.htm

Bakewell, Sarah. Nimm ein Cocktailglas. Freitag.de. 30.04.2019. https:// www.freitag.de/autoren/der-freitag/nimm-ein-cocktailglas

Die Existenzialisten. Lebe deine Freiheit. Philosophie Magazin. 01.05.2019. https://philomag.de/die-existenzialisten-lebe-deine-freiheit/

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martina Reinicke