„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Johann Wolfgang von Goethe
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“Johann Wolfgang von Goethe 

Integration am BSZ Döbeln-Mittweida (Schulteile Burgstädt und Rochlitz)

Die Berufsschule Burgstädt hat sich seit 2009 zu einer ganz besonderen Berufsschule gemausert. Für die Auszubildenden und Lehrer dieser Berufsschule ist das Wort Integration schon lange kein Fremdwort mehr. Wie selbstverständlich hat bei uns jede*r Auszubildende*r die gleiche Chance: egal ob es Schwierigkeiten gab oder gibt. In der Berufsschule Burgstädt, die u. a. eng mit dem Don Bosco Jugendhilfswerk zusammenarbeitet, ist jeder Schüler ein besonderer Schüler.

Hat jemand persönliche, gesundheitliche oder Lernprobleme wird er in seiner Ausbildung begleitend unterstützt. Dazu wird gemeinsam mit der Bratungslehrerin ein individueller und lernzielorientierter Plan erstellt. Die regelmäßige, durch die Beratungslehrerin angeleitete Reflexion, ermöglicht dem Auszubildenden und den Lehrern ein gezieltes Arbeiten mit diesem Förderplan.

Dies erfordert von den Lehrkräften sehr viel Flexibilität und Engagement, großes Einfühlungsvermögen und hohe fachliche Kompetenz. Die Auszubildenden profitieren mehrfach davon: neben der Vermittlung von Fachwissen, wird auch für das Leben gelernt. Verschiedenheit wird bei uns zur Selbstverständlichkeit und führt zu hoher sozialer Kompetenz.

Eine neue gegenwärtige und zukünftige Herausforderung für alle ist die Integration ausländischer Schüler*innen. Sie kommen aus Syrien, Somalia, Marokko, Eritrea, Bulgarien, Spanien und aus Afghanistan. Alle Beteiligten können dabei von den langjährigen Integrationserfahrungen der Berufsschule profitieren. 

Aber jetzt geht es um den Erwerb von interkultureller Kompetenz- einer wichtigen Fähigkeit auf dem gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitsmarkt.

 

 

mehr erfahren Sie in diesem Büchlein ...

Es wird Zeit, endlich Zwischenbilanz zu ziehen...

 

Das Beruflich Schulzentrum Döbeln-Mittweida hat es sich zur Aufgabe gemacht, unsere ausländischen Schüler*innen bestmöglich zu integrieren. Dazu wurde im Oktober 2015! eine Integrationsgruppe gegründet. Sie trifft sich in regelmäßigen Abständen und überlegt, wie die Unterstützung der ausländischen Schüler ganz konkret aussehen kann. Wir setzen uns dafür ein, dass Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden. Dazu organisieren wir verschiedene Veranstaltungen und Aktionen. Wir wollen uns besser kennenlernen um gemeinsam, trotz Besonderheiten, die Ausbildung zu meistern.

 

Rührend kümmern sich dabei die s.g. DaZ-Lehrer*innen um die Erstintegration und leisten Großartiges. Einige Schüler- und Lehrer*innen engagieren sich sogar in ihrer Freizeit: sie unterstützen geflüchtete Menschen in ihrem Dorf, ihrer Stadt und nehmen an europaweiten Aktionen teil - und das, ohne es an die große Glocke zu hängen.

 

Im Ethikunterricht setzen wir uns offen mit dem Thema Flucht auseinander. Dabei ist jede Meinung und jede Frage erlaubt- Ehrlichkeit ist uns dabei das Wichtigste.

 

Höhepunkt war der Besuch von Firaz und Assad in verschiedenen Klassen der Schulteile Burgstädt und Rochlitz. Beide mussten ihr Heimatland Syrien verlassen.  In ungezwungenen Gesprächsrunden (s. Fotos unten)  berichteten sie von ihrer Flucht und ihrem Leben. Nein- es ging dabei nicht um Mitleid. Unsere Gäste wollten z.B. wissen, welche Träume und Wünsche deutsche Jugendliche haben.  Es ging einfach nur darum, dass sich junge Menschen kennenlernen:

 

„Mein Name ist Assad und das ist mein Freund Firaz.

Hey guys! Wir beantworten jede Frage.

Wir wollen euch kennenlernen.“

begrüßten die Beiden jede Klasse.

„Vielleicht können wir Freunde werden.“  

 

Und dann "kramten" wir alle unsere Englischkenntnisse heraus. Firaz und Assad wandten ihre, in der Notunterkunft erworbenen, Deutschkenntnisse an und zeitweise wurde sich auch auf Arabisch verständigt. (Beide sind erst seit 3-5 Monaten in Deutschland!) Bei den Groß-und Außenhändlern kommunizierten wir sogar zeitweise auf Russisch, ja sogar auf Chinesisch... 

So unglaublich es klingen mag: wir haben uns einwandfrei verstanden. Und das meine ich im doppelten Sinne des Wortes…

 

... soweit ich weiß, haben einige Schüler die Beiden und andere Flüchtlinge sogar schon nach der Schule in der Notunterkunft besucht. Und es wird, Facebook sei Dank, weiter kommuniziert...

 

Alles in allem ein guter Anfang…

©Martina Reinicke
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